Konzeption

 

1. Unabhängigkeit.

 

Weltanschaulich, politisch und organisatorisch sind wir unabhängig. "Jeder nach seiner Facon" ist unser Grundsatz, wobei dies gegenseitigen Respekt und Achtung voraussetzt, unabhängig von seiner Krankheit, seinem Geschlecht, seiner sexuellen Veranlagung, seiner Hautfarbe, Herkunft und Weltanschauung.

 

2. Selbsthilfe 

 

Suchtkrankenhilfe ist erwiesenermaßen erfolgreich, wenn der Betroffene seine Krankheit erkennen lernt und bereit ist, Hilfe zu suchen und anzunehmen. Suchtkranke helfen Suchtkranken. Krankheitsverständnis und Selbsterkenntnis, die Bereitschaft, selbst zu helfen und an der eigenen Genesung zu wirken, ist das Fundament für eine dauerhafte stabile Nüchternheit.

 

3. Gemeinsamkeit

 

Unsere Besonderheit: Keine Trennung von Angehörigen und Suchtkranken, Jungen und Alten, Frauen und Männern oder nach Suchtarten. Ausnahme: zeitlich begrenzte Schwerpunktgruppen.

 

4. Schwerpunkt

 

Schwerpunkt unserer Arbeit sind Alkoholismus, Medikamtensucht und Co-Abhängigkeit. Das ist die akute Krise, weswegen Abhängige und Angehörige Hilfe suchen. Der Anfang des Weges zur Nüchternheit.

Oft sind weitere Suchtformen vorhanden, stoffliche wie nicht-stoffliche. Daher beinhaltet die Gruppenarbeit auch diese Themen.

 

5. Suchtverständnis

 

Was ist Sucht? Suchen und Siechtum kennzeichnen letztlich die verzweifelte Situation. Unser Lebenshaus wird immer baufälliger und endet in der völligen Zerstörung, wenn kein Einhalt passiert.

Unsere eigene schwere Erfahrung lehrt uns: Wir können nie wieder kontrolliert Alkohol trinken. Unser Abstinenzverständnis bezieht auch den Verzicht auf andere Drogen ein und auf abhängigmachende Psychopharmaka u.a.

Kontrolliertes Trinken ist für Suchtkranke eine Illusion.

Wir haben es doch alle schon längst erfolglos probiert, bevor unsere Not so groß wurde, dass wir Hilfe angenommen haben.

 

Es gibt nur einen wirklich sicheren Weg: NULL PROMILLE.

Immer für die heutigen 24 Stunden. Und morgen wieder ... 

 

Die Selbsthilfegruppe ist auf diesem Weg für viele der grundlegende Rückhalt. Auch langjährig trockene Freunde nutzen die Einrichtung, um ihre Klarheit zu bewahren und ihre Batterien der Nüchternheit immer wieder aufzuladen. Trockenheitsjubiläen beginnend mit der 1-Jahres-Medaille, über 10, 20, 25 und mehr Trockenheitsjahre sind daher in unserer Einrichtung keine Seltenheit.

Mit 40 Jahren Trockenheit erlangt man die Ehrung als LONGTIMER.

Verbündete zu haben, einen sicheren Raum der Trockenheit, das ist nicht nur für den NEUEN eine wichtige Stütze, sondern auch für die langjährig Trockenen ein Stück "Lebensversicherung". 

 

6. Gemeinschaft

 

Unsere Gemeinschaft beruht auf mehreren Säulen:

- Die Gruppenstunden sind das Herzstück:

  Akzeptiert zu sein, wirklich REDEN lernen über sich

  selbst und anderen richtig ZUHÖREN, sind die halbe

  "Miete".

  Konsequentes TUN ist die andere Hälfte.

- Die Begegnungsstätte ist ganzwöchig offen als

  Trocken- und Sicherheitszone für alle Neuen, sozialer

  Treffpunkt auch der langjährigen Gruppenfreunde

- Freizeitveranstaltungen ohne Suchtmittel gehören zur Genesung

- Weiterbildung ist geistige Nahrung: Literatur und Kultur zum Thema

  Sucht, Genesung, Meditation, Entspannung, Lebensfreude

 

7. Nachhaltigkeit :

       

    SPIRITUALITÄT OHNE SPIRITUS

 

Dauerhafte Nüchternheit wird durch den Anschluß an eine gute Suchtselbsthilfegruppe erheblich aussichtsreicher: Nur 10% der Alkoholiker kommen mit dem Suchthilfesystem in Kontakt. 90% der Alkoholiker sterben vorzeitig an ihrer Suchterkrankung. Diese Fakten verdeutlichen, dass es kein leichter Weg ist.

 

Die Genesungsaussichten steigen erheblich durch Inanspruchnahme beruflicher Suchtkrankenhilfe (Entgiftung + Therapie). Die  durch-schnittliche Erfolgsquote von reinen Therapiepatienten wird mit 4 Jahren angegeben. Eine Erfolgsquote von bis zu 80% wird für die Kombination einer Therapieeinrichtung mit einer langjährigen Mitwirkung in einer abstinenzorientierten Suchtselbsthilfegruppe angegeben.

 

Oftmals verschwindet das Suchtverlangen nach einiger Zeit der Trockenheit. Wenn der Alkohol als Problem in den Hintergrund tritt beginnt die eigentliche Persönlichkeitsarbeit. Eine Herausforderung, die oftmals mit dem trügerischen Argument "Gruppenmüdigkeit" umgangen wird. Der Alkoholismus jedoch ist heimtückisch und bleibt als latente Gefahr bestehen. Das 'Suchtgedächtnis' bleibt ein Leben lang, zumal wir von einer alkoholischen Gesellschaft und Kultur ständig umgeben sind. Unsere Resilienz, unser Eigenschutz besteht in der Stärkung unserer Persönlichkeit durch den Mut zu ehrlicher Selbstreflektion, zur konsequenten Selbstveränderung und Änderung unserer Lebensverhältnisse.

Das Ergebnis ist nüchterne Zufriedenheit.

 

 

 

 

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Suchtprävention

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Wir bedanken uns bei bei den Krankenkassen der GKV sowie bei der Stadt Wolfsburg für die Unterstützung unserer Einrichtung